Die Geschichte der

INSELN VON TAHITI

Geschichte

Die Geschichte der Inseln von Tahiti ist reich und faszinierend. Ungefähr 4.000 v. Chr. setzte eine große Einwanderungswelle aus Südostasien quer über den offen Ozean ein, um den Südpazifik zu besiedeln. Erste Bewohner erreichten um 1.300 v. Chr. die Inseln Tonga und Samoa, von dort aus brachen sie um 200 v. Chr. zu den Marquesas-Inseln auf.

Während der folgenden Jahrhunderte wurden erst die tahitianischen Inseln und schließlich fast der ganze südpazifische Raum besiedelt. Dieses als “polynesische Dreieck” bekannte Gebiet reicht von Hawaii im Norden und den Osterinseln im Südosten bis nach Neuseeland im Südwesten. Demnach stammen alle Tahitianer, Hawaiianer und die Maori auf Neuseeland von gemeinsamen Ahnen ab und sprechen eine ähnliche Sprache, ma’ohi.

Meilensteine unserer Geschichte

JULI 2017
MARAE TAPUTAPUATEA WIRD UNESCO-WELTKULTURERBE
1521
MAGELLAN ENTDECKT DIE TUAMOTU-INSELN
1967
GEBURTSORT DER WASSERBUNGALOWS IN DIE INSELN VON TAHITI

Geschichte Tahitis

Die Ära der europäischen Entdecker begann im 16. Jahrhundert, als plötzlich „Schiffe ohne Ausleger“ am Horizont auftauchten. 1521 erkundete Magellan das Atoll von Puka Puka, das heutige Tuamotu-Atoll, bald darauf erreichte der Spanier Mendaña 1595 Fatu Hiva auf den Marquesas. Mehr als 170 Jahre später besuchte Samuel Wallis, Kapitän der englischen Fregatte HMS Dolphin, als erster die Insel Tahiti. Er befand sich auf der Suche nach der legendären Terra Australis Incognita. Wallis taufte Tahiti “King George III Island” und nahm die Insel in englischen Besitz. Wenig später landete der französische Seefahrer Louis-Antoine de Bougainville und beanspruchte sie für Frankreich.

Europa war fasziniert von den neuen Inseln, von deren Reizen die Crew von Kapitän William Bligh der HMS Bounty schwärmte, und von den Geschichten, die sich rund um die Schönheit der Insulaner rankten. Die Südseefaszination nahm mit den farbigen Illustrationen und Landkarten, die Kapitän James Cook mitbrachte, stetig zu. Ab 1800 veränderten Walfänger, britische Missionare und französische Militärs nachhaltig den Lebensstil von Tahiti; Franzosen und Briten stritten sich um die Vorherrschaft.

1880 endete die Herrschaft der Pomaré-Dynastie, als König Pomare V Tahiti an Frankreich abtrat. 1958 wurden alle Inseln von Tahiti in Französisch-Polynesien zusammengefasst. Es erhielt 2004 den Status einer selbstverwalteten, französischen Überseegebietskörperschaft.

  • Die polynesische Kultur hat ihre Wurzeln tief in den mythischen Ursprüngen der großen Seefahrer, die sich vor 3.000 Jahren auf den Inseln niederließen. 

    Unsere Kultur wurde durch heilige Geschichten von Generation zu Generation weitergegeben. Durch mündliche Überlieferung erhielt sie sich über die Jahrhunderte hinweg. Manchmal fast vergessen, tauchte sie im letzten Moment wieder auf, als sie schon längst verschwunden geglaubt war. In dieser jahrhundertealten Tradition stehen die Sänger bis heute mit ihren wunderbaren Liedern, spirituell oder weltlich, deren Widerhall sich im Rauschen des Ozeans über dem Korallenriff verliert. In den alten Traditionen finden Tänzer und Tänzerinnen Anregungen für ihre extravagante Choreographie. Liebhaber des Va’a (traditionelles Auslegerkanu) entdecken die Kunst neu, ihre Auslegerkanus zu bauen und mit ihnen über das Meer und die Lagunen zu segeln.

    Der Tradition entspringt auch die Kunst des Trommelns mit den großen, tiefen pahu und dem Rasseln der to’ere, die Kunst der schönen, verschlungenen Tätowierung sowie die feinen Schnitzarbeiten der Marquesas, die Nachkommen der tiki. Diese großen Steinstatuen stehen bis heute inmitten der Lava der Marae am Fuße der geheimen Täler.

    Auf den wunderschönen polynesischen Inseln vermischen sich die Talente mit der Pracht der Natur, so wird Handwerk zur Kunst.

  • “‘IA ORA NA” “MAEVA” und “MANAVA” … mit diesen drei Worten heißen die Polynesier Sie willkommen.

    Die Polynesier sind stolz auf ihre Inseln und glücklich, ihre natürliche Lebensfreude mit ihren Gästen zu teilen. Diese Freude wird durch Tanz und Musik aller Art zum Ausdruck gebracht – polyphone Gesänge einer religiösen Musikgruppe begleitet vom Rhythmus traditioneller Instrumente wie pahu und toare. Gelegentlich ergänzen auch Gitarren und Ukulelen die heimischen Orchester. Die Polynesier haben ihre Freude an Freizeitaktivitäten und schwelgen in ihren Lieblingsbeschäftigungen wie Angeln, Surfen und Segeln mit traditionellen Auslegern oder va’a, der typischen Sportart auf den Inseln.

    Zeugen der Vergangenheit

    Die Schönheit von Die Inseln von Tahiti und seinen Einwohnern zieht seit langem Besucher an unsere Küste.

    Bougainville (1768): „Der Charakter der Nation erschien uns freundlich und bescheiden. Es scheint, als hätte es bisher weder einen Bürgerkrieg noch Hass jeglicher Art auf der Insel gegeben, obwohl das Land in kleine Dörfer aufgeteilt ist, jeweils mit einem unabhängigen Lord. Wir sind überzeugt, dass die Tahitianer an das Gute glauben und dies nie in Frage stellen. Ihre Häuser sind Tag und Nacht geöffnet, ob sie zu Hause sind oder nicht. Jeder erntet Früchte vom ersten Baum, den er findet, nimmt sie mit zum Haus und geht hinein. Es scheint, als gäbe es keine Notwendigkeiten für Eigentum, alles gehört allen.’

    James Morrison, zweiter Bootsmann an Bord der Bounty (1789): „Die jungen Frauen tragen ihr Haar lang, es fällt in Wellen hinunter bis zur Taille und ist mit weißen Blättern (hinano) des fara (Pandanus oder Schraubenbaum) verziert sowie mit duftenden Blumen. Sie stellen auch Halsketten aus Fara-Samen und Blumen her, die wunderschön angeordnet sind. Diese sind sehr schmeichelhaft und gefallen nicht nur den Frauen selbst, sondern jedem, der in ihrer Nähe sitzt. Alles in allem sind es die schönsten Frauen, die wir in diesen Meeren gesehen haben …“

  • Die Marquesas gelten als die Wiege der Ma’ohi-Zivilisation, die sich durch das gesamte Polynesische Dreieck zieht. Auf den Inseln der Marquesas haben sich viele der alten Bräuche und Traditionen bewahrt, sie sind auf allen Inseln zu finden: die Tiki (Steinstatuen), die me’ae und paepae, religiöse Stätten und heilige Orte, die pyramidenförmig zusammengesetzt sind.

    This intense, cultural movement is expressed fully through numerous festive manifestations of which the main one is the grandiose festival of Heiva i Tahiti in July, where groups of singers, dancers, musicians and actors – up to 150 in all – compete in a musical, choreographic and costume extravaganza. Poetry regains its former excellence in the arts of oratory or ‚orero with its spectacular rantings. It is an ancient oral tradition that is often accompanied by the pure sound of the vivo or the nasal flute.

    Die Renaissance der traditionellen Kunst kommt auch in der Entwicklung der Tätowierkunst zum Ausdruck, der ersten Manifestation der Ureinwohner von politischen, sozialen und spirituellen Werten. Heute dient sie als Verzierung und Körperkunst, die Ästhetik der Motive reflektiert ihre usprüngliche Bedeutung.

    Es lässt sich auch feststellen, dass der wiederentdeckte Ausdruck im Tanz und den polyphonen Gesängen wie der tarava, ute oder ru’au, einen Blick in die Seelentiefe der Polynesier erlaubt.

    Diese intensive, erneuerte kulturelle Bewegung zeigt sich in zahlreichen Festen. Zu den wichtigsten gehört das grandiose Festival Heiva i Tahiti, das jährlich im Juli stattfindet. Sänger, Tänzer, Musiker und Schauspieler, insgesamt bis zu 150 Teilnehmer, konkurrieren in Musik, Choreographie und extravaganten Kostümen. Poesie findet in der Erzählkunst oder ‚orero mit ihren spektakulären Tiraden zu ihrer ursprünglichen Größe zurück. Sie ist eine alte Form mündlicher Überlieferung, die oft vom reinen Klang der vivo (Nasenflöte) begleitet wird.

  • Der Wasserbungalow. Diese Vision von Romantik wurde 1967 auf den Inseln von Tahiti erfunden und daraufhin zu dem Symbol für das Südseeparadies und ein von den Meuterern inspiriertes Erlebnis. In einem Wasserbungalow zu wohnen gehört einfach dazu. Sie haben direkten Zugang zu den berühmten, blauen Lagunen von Tahiti von einer privaten Sonnenterrasse aus und gleichzeitig alle Annehmlichkeiten und den Service eines erstklassigen Hotels. Der Wasserbungalow ist die Verkörperung des ultimativen privaten Getaway.

    Drei Amerikaner, bekannt als die „Bali Hai Boys”, entwickelten und bauten den ersten Wasserbungalow. Sie verwendeten dazu polynesische Rundhütten mit Palmendach und stellten sie auf Stelzen über das Wasser. Heute bieten die meisten Resorts auf den Inseln von Tahiti luxuriöse Bungalows, Suiten und Villen über den stillen und bezaubernden Lagunen.

  • Im Laufe der Geschichte verbrachten unzählige Schriftsteller, Sänger, Künstler, Dichter und Seeleute ihre Zeit auf Die Inseln von Tahiti. Einige von ihnen verstarben sogar in Tahiti.

    Als Teil des polynesischen Kulturerbes haben die meisten von ihnen Spuren und Zeugnisse ihres Insellebens hinterlassen. Sie wurden vom Charme der Inseln, der Gastfreundschaft und dem Lebensstil berührt. Auf ihre eigene Art und Weise haben sie alle dazu beigetragen, die Bekanntheit unserer Inseln weltweit zu verbreiten.

    • Herman Melville (1819-1891) Der amerikanische Autor und Abenteurer war der erste, der seine Geschichten in der Südsee spielen ließ („Typee“, 1846 und „Omoo“, 1847). Er verbrachte einige Monate in Tahiti, nachdem er 1841 an Bord eines australischen Walfangschiffs hier ankam, und blieb später noch einige Zeit auf Moorea.
    • Paul Gauguin (1848-1903) Der französische Maler lebte ab 1891 zunächst auf Tahiti und zog später nach Hiva Oa auf den Marquesas, wo er die letzten zwei Jahres seines Lebens verbrachte. Gaugin erlebte einige Missgeschicke in seinem Bemühen, in Tahiti der Zivilisation zu entfliehen. Er war nicht immer hoch angesehen bei den Polynesiern, besonders bei den Marquesern. Dennoch bleibt er einer der einflussreichsten Maler seines Jahrhunderts. Er ist auf dem Atuona-Friedhof in Hiva Oa begraben. Das Paul Gauguin Museum in Papeete (Tahiti) und das Paul Gauguin Kulturzentrum in Hiva Ao präsentieren das Leben des Außenseiters sowie einige Reproduktionen seiner Arbeiten.
    • Pierre Loti (1850-1923) Der französische Marineoffizier und Autor verfasste 1879 den Roman „Rarahu, ein polynesisches Idyll“, auch bekannt als “Le Mariage de Loti.” Sie können neben einer Statue, die 1931 für den Autor errichtet wurde, im „Bain Loti“ schwimmen. (Karte)
    • Robert Louis Stevenson (1850-1894) Der schottische Romanautor besuchte während seiner Pazifikreise 1888 unsere Inseln mit seiner Yacht Cosco. Er schrieb 1891 „In der Südsee“.
    • James Norman Hall (1887-1951) Der amerikanische Autor, der mit seinem Co-Autor Charles Nordhoff „Die Meuterei auf der Bounty“ und „Hurricane“ (später verfilmt) schrieb, machte Tahiti in den 1920ern zu seiner Heimat. Er starb 1951 und ist in Arue auf einem Hügel über seinem Haus neben seiner Frau Lala begraben, die 1985 verstarb. Sie können sein Wohnhaus besuchen, es fungiert heute als Museum. Das Maison James Norman Hall zählt zu den historischen Denkmälern.
    • Rupert Brooke (1887-1915) Der englische Poet schrieb 1914 das berühmte Gedicht „Manea“ nach einem Besuch auf Tahiti. Dieses klassische Gedicht verschaffte Tahiti einen Platz in der modernen englischen Literatur.
    • Alain Gerbault (1893-1941) Pilot, Held des Ersten Weltkriegs, Tennis-Champion und Segler (der erste Franzose, der die Welt umsegelte). Er lebte 1932 für sechs Monate auf Bora Bora und kehrte 1940 zurück. Gerbault war ein leidenschaftlicher Verteidiger Polynesiens und schrieb acht Bücher, in denen er den Kolonialismus und die Zerstörung des Inselparadieses verurteilte. 1941 starb Gerbault in Timor an Malaria. 1947 wurden seine sterblichen Überreste zum Hauptplatz von Vaitape auf Bora Bora überführt, wo ihm 1951 auch eine Gedenktafel gewidmet wurde.
    • Marlon Brando (1924-2004), der amerikanische Schauspieler und Filmproduzent, kaufte die Insel Tetiaroa nach Abschluss der Dreharbeiten zu „Die Meuterei auf der Bounty“ 1961. Er heiratete die Hauptdarstellerin an seiner Seite, die Tahitianerin Tarita Teriipaia, mit der er bis 1972 zehn Jahre lang auf der Insel lebte.
    • Bernard Moitessier (1925-1994) Der französische Segler und Autor lebte für zwölf Jahre auf Tahiti und den Tuamotus. Er zog auf das Atoll Ahe, wo er mit seiner Frau und seinem Sohn als Biobauer lebte. Moitessier war zeitlebens ein großer Kritiker der Atomtests im Pazifik.
    • Jacques Brel (1929-1978), der belgische Sänger und Komponist, setzte sich nach einer erfolgreichen Karriere mit seinem Partner an Bord seiner Segelyacht Askoy auf den Marquesas zur Ruhe. Brel litt an Lungenkrebs, die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte er in Hiva Oa. Mit seinem Privatflugzeug Jojo ermöglichte Brel den Insulanern ihre Erledigungen. Er liegt am Friedhof von Atuona begraben. Das kleine Jacques Brel-Kulturzentrum in Hiva Oa erzählt vom Leben des Sängers auf den Marquesas. Sein Lied “Les Marquises” beschreibt den einfachen Lebensstil und die Stärke der Bewohner auf der „Insel der Männer“.
    • Joe Dassin (1938-1980) Der in den U.S.A. geborene, französische Sänger und Liedermacher starb auf Tahiti. Er lebte auf Taha’a, wo ihm eine luxuriöse Strandvilla zwischen Toretorea Point und Tiamahana gehörte (nur per Boot oder zu Fuß erreichbar). Eine Gedenktafel des „La Retro“, ein Restaurant in Papeete, erinnert an seinen Tod am 20. August 1980 nach einem Herzinfarkt.
    • Alain Colas (1943-1978) Der französische Segler war der erste, der mit einem Mehrrumpfboot die Welt umrundete. In den 1970ern lebte er auf Tahiti, wo er die Polynesierin Teura Krause traf, mit der er drei Kinder hatte. Colas ist verschollen, seit er 1978 bei dem Segelrennen „Route du Rhum“ zuletzt die Azoren passiert hatte.
    • Bobby Holcomb (1947-1991) Den Dichter, Sänger, Musiker, Tänzer und Maler zog es 1976 nach Huahine, wo er 14 Jahre später starb. Holcomb engagierte sich sehr für die Belebung der Maohi-Kultur, woran  sich auch andere Persönlichkeiten und Künstler (u.a. Henri Hiro und John Mairai) beteiligten. Er galt als einer der bekanntesten Künstler auf Die Inseln von Tahiti und liegt auf Huahine am Fuße des heiligen Berges Mou’a Tapu begraben.
  • Unsere Naturkulisse hat wichtige Filmregisseure und -produzenten inspiriert. Spielfilmen, die in Polynesien gedreht wurden, diente meist englischsprachige Literatur als Vorlage.

    Lesen Sie mehr über einige der berühmtesten Filme, die auf unseren Inseln spielen. Interessierte Cineasten können während ihrer Tahiti-Reise nach den Drehorten Ausschau halten …

    • A Ballad of the South Seas (1912) wurde vom Bruder Georges Méliès in Papara gedreht. Leider sind keine Kopien mehr erhalten.
    • White Shadows in the South Seas (1927), eine Co-Produktion, in der Robert Flaherty mitspielte, entstand auf den Marquesas-Inseln. Er sollte der krönende Erfolg des exotischen Films werden. Der Regisseur W.S. “Woody” Van Dyke, Jr. (der auch Trader Horn, Eskimo, die ersten Tarzan-Filme, San Francisco usw. drehte) machte einen sehr poetischen, leisen Film daraus. Seinerzeit von den Surrealisten sehr bewundert, sprach er sich gegen die Kolonialisierung der polynesischen Inseln aus, die als verlorene Paradiese galten.
    • Tabu – Eine Geschichte aus der Südsee (1929) Der Stummfilmklassiker des deutschen Filmregisseurs F. W. Murnau basiert auf einer Geschichte von Robert Flaherty, die sich um den Alltag der Insulaner dreht, gefilmt auf Bora Bora. Einige Szenen mit nackten Schwimmern wurden in den U.S.A. und in Finnland zensiert. Die Dreharbeiten, die 18 Monate dauerten, verliefen turbulent und begleitet von mysteriösen Vorkommnissen (angeblich waren Ertrunkene, Vergiftungen und ungeklärte Explosionen im Spiel, ausgelöst durch magische Besprechungen). Murnau und seinem Team wurde nachgesagt, dass sie verschiedene Tabus der Insulaner verletzt haben sollen, indem sie ihre Basis auf einem alten Friedhof aufschlugen und heilige Riffe filmten. Die Krönung von all dem war der Tod Murnaus, der acht Tage vor der Filmpremiere in New York bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.
    • Last of the Pagans (1935) von Richard Thorpe, einem früheren Schauspieler, der dann zum Regisseur wurde, basiert auf einer Novelle von Melville: Typee. Der Film von Metro Goldwyn Meyer erzählt die Geschichte von zwei Verbrechern, die Menschenraub begehen: Erst stiehlt ein Clan von einer Nachbarinsel gewaltsam Frauen, um seine „Auswahl“ zu erweitern, dann kommen Weiße auf der Suche nach Arbeitern für ihre Phosphatminen. Die Dialoge sind auf Tahitianisch mit Untertiteln.
    • Meuterei auf der Bounty. Die erste Hollywood Version entstand 1935 unter der Regie von Frank Lloyd mit Clark Gable in der Hauptrolle. Ein schnell abgedrehter Film, der es mit den Fakten nicht so genau nahm. Bekannter ist der 1960/61 entstandene Spielfilm, der 1962 in die Kinos kam. Mehr als 2.000 Schauspieler, 8.000 Statisten und ein Budget von 27 Millionen US-Dollar sorgten in Polynesien für einen Wirtschafts-Boom. Nach dem Dreh kaufte Marlon Brando das Tetiaroa-Atoll. 1984 entstand auf Moorea eine abgespeckte Version mit Mel Gibson und Anthony Hopkins in den Hauptrollen und Roger Donaldson als Regisseur.
    • Tahiti ou la Joie de Vivre (1957) ist eine französische Komödie des Regisseurs Bernard Borderie mit Hauptdarsteller Georges de Caunes. Ein Reporter möchte nach Tahiti gesandt werden, um dort den Himmel auf Erden zu finden.
    • The Restless and the Damned (1961), Regie führte Yves Allégret. Der Film erzählt die Geschichte der Wechselfälle eines Paares, das nach Polynesien auswandert, um dort mit einer Phosphatmine sein Glück zu machen.
    • Tiara Tahiti (1962) ist ein englischer Film unter der Regie von Ted Kotcheff. Ein in Tahiti lebender Abenteuerer läuft zufällig seinem früheren Offizier über den Weg, der ihn vor ein Kriegsgericht gestellt hatte. Aus Rache beschließt er, seinem Widersacher, der nun im Tourismus arbeitet, das Leben schwer zu machen.
    • Tendre voyou (1966), unter der Regie von Jean Becker mit Jean-Paul Belmondo in der Hauptrolle, erzählt die Eskapaden eines Frauenhelds.
    • Hurricane (1979), auf der Grundlage eines Romans von James Norman Hall und Charles Nordoff, wurde auf Bora Bora gedreht. Dem Regisseur Dino de Laurentis gelang damit ein Remake des 1937 entstandenen, gleichnamigen Films unter der Regie von John Ford.
    • Le bourreau des cœur (1983), unter der Regie von Christian Gion, entstand mit dem Hauptdarsteller Aldo Maccione auf Tetiaroa. Der Film wurde mit mehr als 1,6 Millionen verkauften Karten ein großer Erfolg an den französischen Kinokassen.
    • Les faussaires (1994) basiert auf dem Roman „La Tête Coupable“ von Romain Gary, filmisch umgesetzt von Regisseur Frédéric Blum. Der Protagonist ist ein Autor, der nach Tahiti kommt, um Paul Gauguins Biographie zu verfassen.
    • Perfect Love affair (1994), eine Produktion von Gaumont, ist eine Liebesgeschichte und zugleich das Remake des gleichnamigen Films aus 1939. Die Dreharbeiten fanden auf Tahiti statt mit Katharine Hepburn in der Hauptrolle, es war ihr letzter Auftritt in einem Film.
    • Les Perles du Pacifique (1999), ebenfalls produziert von Gaumont, erzählt in einer TV-Serie mit 13 Folgen über das Leben auf einer Perlenfarm.
    • Le Prince du Pacifique unter der Regie von Alain Corneau und 2000 auf Huahine gedreht, zeigt Thierry Lhermitte und Patrick Timsit in den Hauptrollen.
    • Süd Pazifik (2001), eine Musical-Komödie von Regisseur Richard Pierce mit Schauspielstar wie Harry Connick Jr. und Glenn Close.
    • All Inclusive wurde von Universal Studios produziert und im Oktober 2008 auf Bora Bora gedreht. Mit nur sieben Millionen US-Dollar, die vor Ort in den Film gesteckt wurden, wurde es in dem Jahr für Universal der Film mit den höchsten Einspielzahlen. Die Produzenten luden fast 50 Journalisten ein, den Drehort in Augenschein zu nehmen.
    • Rebellion, ein Film von Regisseur Matthieu Kassowitz, entstand 2010 auf Anaa, einer kleinen Tuamotu-Insel, die im Film Ouvea in Neukaledonien darstellt. Szenen, die in Noumea spielen, wurden in Papeete gefilmt.

    Andere TV-Shows und Dokumentarfilme

    Jedes Jahr werden die Insel für mehrere Dreharbeiten ausgewählt: Dokumentarfilme, TV-Realityshows, Kochsendungen oder Werbespots für große internationale Marken. Wellenreiten in Teahupoʻo oder an einigen geheimen Plätzen auf weit draußen gelegenen Archipelen ist offenbar ein beliebtes Film-Sujet. Das Gleiche gilt für unsere Haie und Wale (die von Juli bis November unser Meer bevölkern). Die amerikanische Fernsehserie Survivor, 2002 auf den Marquesas (Nuku Hiva) gedreht, machte den Archipel in Nordamerika bekannt.

    Die Institution de la Communication Audiovisuelle (ICA) ist das audiovisuelle Archiv für Die Inseln von Tahiti.

    In den vergangenen zehn Jahren hat das Festival International du Film Documentaire Oceanien (FIFO) die besten Dokumentarfilme der Region gekürt. Das FIFO findet jeden Februar im Haus der Kultur statt.

  • Heute gilt es als generell akzeptierte Theorie, dass vor drei- bis viertausend Jahren große Auswanderwellen von Südostasien zur Besiedelung des Pazifiks durch die Polynesier führte.

    Sie verwendeten Auslegerkanus mit doppelten Segeln, gebaut aus Holz und geplätteten Fasern. Diese ersten, unerschrockenen Seeleute nutzen ihre Kenntnis über Winde, Strömungen und Sterne. Allein damit waren sie in der Lage in Richtung Osten zu reisen und die Archipele des Zentralpazifik (Cook-Inseln, Die Inseln von Tahiti …) zu besiedeln.

    Diese großartigen Expeditionen, die etwa 1.000 v.Chr. endeten, schufen ein Gebiet, das heute als “Polynesisches Dreieck” bekannt ist. Es reicht von Hawaii im Norden zu den Osterinseln im Osten und weiter zu den Inseln von Tahiti im Westen sowie bis nach Neuseeland im Südwesten.Die verschiedenen Sprachen dieser Insel stammen alle von den frühen Ma’ohi, sie zeugen von der ursprünglichen Herkunft ihrer Bewohner.

    Kanus
    An Bord von massiven, doppelten Auslegerkanus, den sogenannten tipairua, navigierten die Polynesier nur mit Hilfe der Sterne, Winde und Strömungen über das weite Meer und schufen in ihrem Kielwasser eine neue Zivilisation. Bis heute spielt das Kanu eine wichtige Rolle im tahitianischen Alltag und wird mit bunten Wettrennen und Festivals gefeiert. Jahrhunderte, bevor die Europäer feststellten, dass die Erde rund ist, hatten die Polynesier längst das weite Blau des Pazifik gemeistert.

    Hawaiki Nui Va’a: Das weltgrößte und längste internationale Auslegerkanu-Rennen auf offenem Meer überwindet 77 strapaziöse Seemeilen zwischen Huahine und Bora Bora. Es besteht aus drei Etappen: erstens von Huahine nach Raiatea, zweitens von Raiatea nach Taha’a und zuletzt von Taha’a nach Bora Bora. Start und Zieleinlauf werden mit einem großartigen Fest mit tahitianischem Essen und Musik gefeiert.

  • Im 16. Jahrhundert erreichte erst Magellan und kurze Zeit später Mendaña den Tuamotu-Archipel und die Marquesas. Allerdings spielte der Engländer Samuel Wallis eine große Rolle in der Entdeckung Tahitis durch die Europäer (1767). Im darauf folgenden Jahr war es der Franzose Antoine de Bougainville, der die Insel ‘Neu-Kythira’ getauft hat. Ein Jahr später wurden Die Inseln von Tahiti in mehrere Königreiche und Stammesfürstentümer unterteilt, in denen sich auch ein polynesischer Kult um die Schöpfung und verschiedene Gottheiten entwickelte. Nach und nach predigten protestantische und katholische Missionare das Evangelium auf den Inseln. Im Jahre 1797 gelang es den Anführern mit Hilfe der Europäer, ihre Vormachtstellung zu etablieren und die Pomaré-Dynastie, die Herrscherfamilie Tahitis, zu erschaffen.

    Im neunzehnten Jahrhundert waren Die Inseln von Tahiti Schauplatz der deutsch-britischen Rivalität, die zugleich religiöse, wirtschaftliche und strategische Gründe hatte. Im Jahre 1842 wurde das französische Protektorat schließlich von Königin Pomaré IV (auf Tahiti und Moorea) unterzeichnet; der Eingliederung wurde 1880 von Pomaré V, dem letzten König von Tahiti, zugestimmt.

    Die 1960er Jahre brachten einen Wendepunkt für Die Inseln von Tahiti, der sie mit der Neuzeit konfrontierte. Mit der Errichtung des CEP (Pazifisches Erprobungszentrum) im Jahr 1963 gab es einen Zustrom von Einwohnern, der das Wachstum heimischer Unternehmen und Dienstleister beförderte sowie zu einem neuen Anstieg des Lebensstandards führte. Es entwickelte sich eine Konsumgesellschaft, wie sie in diesen Breiten davor noch nicht bekannt war.

    Chronologie der Geschichte Tahitis

    • 3.000-4.000 v.Chr.: Seefahrer aus Südostasien besiedeln den Südpazifik.
    • 3.-6. Jahrhundert: Erste Ansiedlungen auf den Marquesas.
    • 850–1.000: Besiedlung der Windward-Inseln, Cook-Inseln, Osterinseln, Neuseelands und Hawaiis ausgehend von den Marquesas.
    • 1521: Magellan entdeckt einen Teil vom Tuamotu-Archipel.
    • 1595: Alvero de Mendeña entdeckt die Marquesas.
    • 1767: Wallis erreicht Tahiti.
    • 1768: Bougainville tauft die Insel Neu-Kythira.
    • 1774: Cook bringt den Tahitianer Pa’i mit nach Europa.
    • 1773: Cooks zweite Reise nach Tahiti.
    • 1777: Cooks letzte Reise nach Polynesien.
    • 1788-1791: Meuterei auf der Bounty.
    • 1793: Beginn der Pomaré-Dynastie.
    • 1797: Ankunft der ersten Missionare der London Missionary Society.
    • 1797: Gründung der Pomaré-Dynastie.
    • 1815: Die polynesischen Anführer verlieren den Kampf von Fei Pi. Pomaré II konvertiert zum Christentum.
    • 1819: Pomaré II führt den Pomaré-Code ein.
    • 1836: Englischen Protestanten gelingt die Vertreibung französischer Missionare.
    • 1841: Depetit Thouar verkündet das französische Protektorat von Tahiti.
    • 1844-1847: Französisch-tahitianischer Krieg.
    • 1847: Pomaré IV akzeptiert das französische Protektorat.
    • 1914-18 und 1939-45: Zahlreiche Inselbewohner unterstützen die französischen Truppen.
    • 1958: Die EFO (Französische Niederlassungen in Ozeanien) wird zu Französisch Polynesien.